Im Wein liegt die Wahrheit

Bereits seit dem 6. Jahrtausend vor Christus wird Weinanbau betrieben, zu der Zeit vor allem im alten Persien. Eine intensivere Ausbreitung erfuhr der Weinbau durch die alten Ägypter. In der Mythologie lässt sich die Bedeutung des Weins an den Göttern Osiris (Ägypten), Dionysos (Griechenland) und dem römischen Bacchus erkennen, die Wein und seinen Genuss verkörperten.

Beim Wein handelt es sich um ein alkoholisches Getränk, das man aus dem Saft von Weintrauben durch einen Gärprozess gewinnt. Die Trauben, die auch Weinbeeren genannt werden, wachsen an einem Weinstock heran. Die Weinreben der europäischen Herkunft sind eine nicht reblausresistente Rebenart. Aus diesem Grund werden die europäischen Reben oftmals auf die Wurzeln und den Grundstamm einer resistenten Art aus Amerika oder Asien aufgepfropft. Im Gegensatz zur Herstellung anderer alkoholischer Getränke ist beim Wein kein Zusatz von Enzymen, Zucker oder anderem erforderlich um die alkoholische Gärung zu ermöglichen. Diese entsteht alleine durch die natürliche Zusammensetzung des Weintrauben.

Während der Geschmack des Bieres zumeist vergleichsweise eindeutig und einfach erfahren wird, setzt sich das Aroma des Weins aus nahezu 1000 diversen Komponenten zusammen. Bereits die Art des Anbaus der Reben wie Süd- oder Westlage, Bodenqualität, Klima hat vielfältigen Einfluss auf den Geschmack des Weins. Bestimmend sind ebenso die Art der Traubenverarbeitung, der Gärung und der Lagerung. Wein spielt seit vielen Jahrhunderten nicht nur im Alltagsleben, sondern auch bei Festen, Feiern und ebenso in vielen Religionen eine bedeutende Rolle. So wird dem Wein bei der katholischen Messfeier eine besondere Bedeutung zugemessen. Am häufigsten werden Rot- und Weißweine produziert, es folgen Roséweine.

Schon die Zusammensetzung und die Struktur des Bodens hat einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität und den Stil des Weins. Während lehmhaltige Böden für besonders kräftige und wuchtige Weine stehen, finden sich auf kalkhaltigen Flächen Weine mit vielfältigen Feinheiten und sehr guten Alterungsmöglichkeiten. Kies- und sandhaltige Böden hingegen fördern eine frühe Reifung der Trauben. Ein überaus bedeutender Faktor für die Qualität eines Weines spielt der Feuchtigkeitshaushalt des Bodens. So sollten weinbaugeeignete Böden in eher regenarmen Gebieten das Potenzial haben, Feuchtigkeit zu speichern. In Gegenden, die niederschlagsreich sind, muss der Boden in der Lage sein, diese Wassermengen drainagemäßig abzubauen, damit der Boden nicht dauerhaft zu feucht ist.
Den einzelnen Rebsorten werden bestimmte Bodentypen zugeordnet. So entfaltet sich der rote Merlot besonders auf lehmigen, kalkreichen Böden, während der Riesling die Schieferböden der Mosel sehr mag.